Neuigkeiten zum Projekt

Anerkennung für das Unsichtbare
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 10)
Archivarbeit vollzieht sich meist im Stillen. Sie besteht aus sorgfältigem Ordnen, behutsamem Bewahren und aus vielen Entscheidungen, die selten sichtbar sind, deren Wirkung jedoch langfristig ist. Umso mehr freut es uns, dass diese Arbeit nun öffentlich gewürdigt wurde.
Das Edith-Stein-Archiv wurde kürzlich mit dem Edith-Stein-Preis der Edith-Stein-Gesellschaft Polen ausgezeichnet. In der Begründung wird ausdrücklich der Gesamtzusammenhang unserer Tätigkeit hervorgehoben. Genannt werden dabei nicht nur die wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung der Arbeit des Archivs, sondern auch der verantwortungsvolle Umgang mit den uns anvertrauten Originalen: ihre sachgerechte Aufbewahrung, ihre konservatorische Sicherung und ihr langfristiger Schutz.
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Diese Auszeichnung verstehen wir nicht als Anerkennung eines einzelnen Projekts oder einer einzelnen Maßnahme, sondern als Bestätigung eines grundlegenden archivischen Selbstverständnisses: dass Forschung, Vermittlung und Bewahrung untrennbar zusammengehören.
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Die sorgfältige Erhaltung von Fotografien, Handschriften und Dokumenten ist keine rein technische Aufgabe. Sie ist Ausdruck eines ethischen Anspruchs: dem kulturellen Erbe gerecht zu werden, es nicht nur zu nutzen, sondern es auch für kommende Generationen zu sichern. Entscheidungen über Raumklima, Lagerung oder konservatorische Maßnahmen sind daher immer auch Entscheidungen über Verantwortung und Zukunft.
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Die Auszeichnung ermutigt uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Sie macht sichtbar, dass auch die oft unscheinbaren, alltäglichen Aspekte der Archivarbeit – das Bewahren, Stabilisieren und Vorausdenken – als wesentlicher Teil kultureller Arbeit wahrgenommen werden. Wir verstehen diese Anerkennung als Verpflichtung: zur weiteren Sorgfalt, zur fachlichen Genauigkeit und zu einem nachhaltigen Umgang mit dem uns anvertrauten Erbe.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.
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Stabile Bedingungen für fragile Zeugnisse
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 9)
Ein oft unterschätzter, zugleich jedoch entscheidender Aspekt der Archivarbeit ist das Raumklima. Historische Dokumente, Fotografien und Schriftstücke reagieren äußerst sensibel auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Durch den Klimawandel, zunehmend heiße Sommer und stärkere Temperatursprünge sind diese Materialien heute deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt als noch vor wenigen Jahrzehnten. Bereits geringfügige Abweichungen von stabilen klimatischen Bedingungen können langfristige Schäden verursachen: Papier kann verspröden, Fotografien verblassen oder sich chemisch verändern. Der Schutz des Originalbestands erfordert daher nicht nur fachgerechte Handhabung, sondern auch geeignete technische Rahmenbedingungen.
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Aus diesem Grund hat das Edith-Stein-Archiv einen wichtigen Schritt unternommen:
Wir haben die Anschaffung einer klimatisierten Spezialschrankanlage zur sicheren Aufbewahrung unserer Originale beschlossen. Diese ermöglicht eine konstante Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung und schafft damit stabile Bedingungen für besonders empfindliches Bild- und Schriftgut.
Konservierung bedeutet heute mehr als sorgfältige Handarbeit. Sie erfordert vorausschauende Entscheidungen und eine verantwortungsvolle Reaktion auf veränderte klimatische Herausforderungen. Nur so kann das kulturelle Erbe, das uns anvertraut ist, langfristig geschützt und für kommende Generationen bewahrt werden.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.

Empfindliche Schätze schützen
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 8)
Nach der Digitalisierung beginnt nun ein besonders sensibler Teil unserer Arbeit: die konservatorische Sicherung der Originale. Jede Fotografie wird einzeln in die Hand genommen, vorsichtig geprüft und anschließend in säurefreies Papier eingeschlagen. Erst dann wandert sie in speziell angefertigte Archivboxen, die Schutz und Stabilität für viele Jahre bieten.
Es klingt nach einer einfachen Routine – doch in Wirklichkeit erfordert jeder Handgriff große Aufmerksamkeit und Geduld. Die Materialien sind empfindlich, manche Aufnahmen über hundert Jahre alt. Nur durch diese sorgfältige Behandlung lässt sich sicherstellen, dass das visuelle Erbe Edith Steins auch für kommende Generationen bewahrt bleibt.
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Wir sind unserer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lucrezia Zanardi sehr dankbar für ihre fachkundige Leitung und die Sorgfalt, mit der sie diesen Prozess gestaltet.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.

Das Projekt geht in die zweite Etappe –
Originalfotografien unter besonderem Schutz
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 7)
Mit Freude können wir berichten, dass die erste Phase unseres Projekts erfolgreich abgeschlossen ist: Alle Fotos des Edith-Stein-Bildarchivs sind nun digitalisiert. Damit ist ein entscheidender Schritt getan, um dieses einzigartige visuelle Erbe dauerhaft zu sichern und zugleich der Forschung zugänglich zu machen.
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Nun beginnt die zweite Etappe, die ganz der konservatorischen Sicherung der Originale gewidmet ist. Jedes einzelne Foto wird sorgfältig in die Hand genommen, in Sicherheits- und Archivpapier eingeschlagen und anschließend in speziell dafür vorgesehenen, professionellen Archivboxen abgelegt. Auf diese Weise werden die empfindlichen Materialien nicht nur stabilisiert und vor weiteren Schäden geschützt, sondern auch langfristig in optimalen Bedingungen aufbewahrt.
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Mit dieser Arbeit schaffen wir die Grundlage dafür, dass die Fotos auch für kommende Generationen erhalten bleiben – als Teil des geistigen und kulturellen Erbes Edith Steins.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.
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Zwischen Original und Digitalisat – Schutz und Verantwortung
Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 6)
Digitalisierung gehört heute zu den zentralen Aufgaben archivischer Arbeit. Dennoch ist sie häufig mit Missverständnissen verbunden. Nicht selten entsteht der Eindruck, das digitale Abbild könne das Original ersetzen oder seine materielle Bedeutung relativieren. Gerade im Rahmen des Fotoprojekts „Erhaltung und Digitalisierung des Edith-Stein-Bildarchivs: Ein Beitrag zur Sicherung des kulturellen Erbes“ wird jedoch deutlich, dass das Gegenteil der Fall ist.
Digitalisierung ist kein Ersatz für das Original, sondern ein Mittel zu dessen Schutz.
Jedes Original – insbesondere historische Fotografien – ist ein einmaliges Zeugnis, dessen Materialität, Alterungsprozesse und Erhaltungszustand Teil seiner historischen Aussagekraft sind. Gerade deshalb müssen diese Objekte vor unnötiger Beanspruchung bewahrt werden. Die Erstellung hochwertiger Digitalisate ermöglicht es, Inhalte sichtbar und nutzbar zu machen, ohne die Originale wiederholt physisch zu belasten.
Zugleich eröffnet die Digitalisierung neue Formen der wissenschaftlichen Arbeit. Sie erlaubt eine systematische Erschließung, den Vergleich von Bildbeständen und eine kontextualisierte Auswertung, die ohne digitale Hilfsmittel kaum möglich wäre. Voraussetzung dafür ist jedoch eine fachlich verantwortete Umsetzung: mit klaren Standards, präzisen Metadaten und einer Einbettung in archivische Gesamtstrukturen.
Gerade an dieser Stelle zeigt sich die enge Verbindung von Bewahrung und Vermittlung. Digitalisierung dient nicht einer schnellen Verfügbarkeit um jeden Preis, sondern einer nachhaltigen Sicherung und kontrollierten Zugänglichkeit. Sie ermöglicht Forschung, ohne die materiellen Zeugnisse zu gefährden, und schafft Transparenz, ohne den Schutz des kulturellen Erbes aufzugeben. Die Arbeit zwischen Original und Digitalisat erfordert daher besondere Sorgfalt und Fachkenntnis. Sie verlangt Entscheidungen darüber, was gezeigt werden kann, wie es gezeigt wird und in welchem Rahmen Zugang gewährt wird. Diese Entscheidungen sind Teil jener oft unsichtbaren Archivarbeit, die langfristige Verantwortung übernimmt – für die Gegenwart und für kommende Generationen. In diesem Sinne ist Digitalisierung kein technischer Zusatz, sondern ein integraler Bestandteil moderner Archivarbeit. Sie steht im Dienst der Bewahrung, nicht an ihrer Stelle. Dass diese anspruchsvolle Balance zunehmend wahrgenommen und gewürdigt wird, verstehen wir als Bestärkung, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.

Zwischen Stille und Austausch: Das Projekt lebt weiter
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 5)
Nach einer kurzen Pause melden wir uns mit neuen Einblicken – denn auch wenn es nach außen zeitweise ruhig war, wurde im Hintergrund intensiv gearbeitet. Unser Projekt „Edith-Stein-Bildarchiv: Erhaltung und Digitalisierung – ein Beitrag zur Sicherung des kulturellen Erbes“, , entwickelt sich stetig weiter. Ein besonderes Ereignis war die Ausstellung unserer Mitarbeiterin Lucrezia Zanardi mit dem Titel: „Zum Problem der Einfühlung: Eine fotografische Untersuchung“. Im Zentrum der Ausstellung stand auch unsere Fotosammlung – ein visuelles Zeugnis des geistigen und historischen Erbes von Edith Stein.
Darüber hinaus hatten wir mehrfach die Gelegenheit, das Projekt einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Besonders hervorheben möchten wir den internationalen Workshop „Shaping Time: Rethinking Archives Through Photographic Practice“, bei dem das Edith-Stein-Bildarchiv als Beispielprojekt vorgestellt und mit Fachleuten aus den Bereichen Fotografie, Archivwesen und Kunst diskutiert wurde. Wir danken allen Beteiligten herzlich für den intensiven Austausch, die wertvollen Impulse und die vielen ermutigenden Rückmeldungen.
Das Projekt geht weiter – getragen von Engagement, Dialog und der Überzeugung, dass historische Fotografie ein unverzichtbarer Teil unseres kulturellen Gedächtnisses ist.
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​Wir erinnern Sie daran, dass unser Projekt durch die NRW-Stiftung (https://www.nrw-stiftung.de/) sowie durch die Ricarda van der Sandt-Stiftung im Stiftungszentrum des Erzbistums Köln gefördert wird.

Das Fotoprojekt im Fokus
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 4)
Wir freuen uns über das anhaltende Interesse an unserem Fotoprojekt: „Erhaltung und Digitalisierung des Edith-Stein-Bildarchivs: Ein Beitrag zur Sicherung des kulturellen Erbes“. Vor Kurzem durften wir Frau Jennifer Stracke vom Newsletter des Erzbistums Köln bei uns begrüßen. Sie informierte sich eingehend über die Zielsetzung und den aktuellen Stand des Projekts und begleitete unsere Mitarbeiterin Lucrezia Zanardi bei ihrer dokumentarischen Arbeit im Archiv. Der daraus entstandene Beitrag bietet einen anschaulichen Einblick in die Bedeutung dieses Projekts für die Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses – und für die Sichtbarkeit der historischen Fotos im digitalen Zeitalter. Lesen Sie hier den Artikel: Digitalisierung der Fotosammlung: Einblicke in das Leben von Edith Stein
Das Projekt wird gefördert durch die NRW-Stiftung sowie das Stiftungszentrum des Erzbistums Köln.

Weitere Förderung für unser Digitalisierungsprojekt: Unterstützung durch die NRW-Stiftung
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 3)
Mit großer Freude dürfen wir mitteilen, dass unser Projekt zur Bewahrung und Digitalisierung historischer Fotografien im Edith-Stein-Archiv Köln nun auch von der NRW-Stiftung gefördert wird. Neben der bereits bestehenden Unterstützung durch die Ricarda van de Sandt Stiftung (Stiftungszentrum Erzbistum Köln) stellt diese Zusage einen weiteren wichtigen Meilenstein für den langfristigen Erhalt unseres kulturellen Erbes dar.
Ziel unseres Vorhabens ist es, wertvolle historische Fotografien dauerhaft zu sichern, digital aufzubereiten und einer breiten Öffentlichkeit sowie der Forschung zugänglich zu machen. Die Förderung ermöglicht es uns, die technischen Voraussetzungen weiter zu professionalisieren, eine nachhaltige Archivierung sicherzustellen und unsere Bestände in zukünftigen digitalen Angeboten, Ausstellungen und Publikationen sichtbar zu machen.
Wir danken der NRW-Stiftung herzlich für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Weitere Informationen zur Arbeit und den Förderprojekten der Stiftung finden Sie unter: www.nrw-stiftung.de

Die Sicherung und Digitalisierung des Edith-Stein-Bildarchivs
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 2)
Unsere Kollegin Lucrezia Zanardi hat uns kürzlich mit einem großen Koffer überrascht. Doch keine Sorge, es geht nicht in den Urlaub! Statt Badehosen und Sonnencreme enthält der Koffer alles, was wir benötigen, um das Edith-Stein-Bildarchiv zu digitalisieren und für die Zukunft zu bewahren.
Es fühlt sich fast so an, als würden wir in die Vergangenheit reisen – doch statt einer Landkarte nutzen wir modernste Technologie, um die wertvollen Fotografien von Edith Stein zu sichern. Dieser neue Schritt bringt uns einen Schritt näher an unser Ziel, das fotografische Erbe von Edith Stein für die kommenden Generationen zugänglich zu machen.
Wir sind gespannt auf die nächsten Schritte dieses Projekts und freuen uns, Ihnen schon bald weitere Updates geben zu können. Bleiben Sie dran!

Die Sicherung und Digitalisierung des Edith-Stein-Bildarchivs
– Ein Blick hinter die Kulissen (Teil 1)
Seit dem 2. Januar 2025 arbeiten wir an einem besonderen Projekt: der Digitalisierung und Bewahrung des Edith-Stein-Bildarchivs. Heute möchten wir euch die Person vorstellen, die dieses Projekt leitet: Lucrezia Zanardi.
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Lucrezia Zanardi (geb. 1994 in Bologna, Italien) ist Medienkünstlerin und promoviert im Bereich Fotografie und kulturelles Gedächtnis an der Fachhochschule Dortmund in Kooperation mit der Radboud-Universität Nimwegen. Bereits in den Jahren 2020–2024 führte sie ein archivbasiertes Forschungsprojekt im Edith-Stein-Archiv Köln durch. Seit Januar 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei uns und für die Digitalisierung sowie die Entwicklung einer Bilddatenbank unseres Archivs verantwortlich.
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Lucrezia studierte an der Universität IUAV in Venedig sowie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Sie nahm an zahlreichen Gruppenprojekten und Ausstellungen in Italien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden teil. Ihr Fotobuch Present Traces of a Past Existence wurde 2021 von LUMA bei den Rencontres de la Photographie d’Arles nominiert. Zudem wurde sie 2024 von CAMERA Turin als Teil der europäischen FUTURES-Plattform ausgewählt. Zuletzt wurden ihre Arbeiten auf der ArteFiera Kunstmesse 2025 in Bologna präsentiert. Lucrezia lebt und arbeitet in Bochum. Mehr zu ihrer Arbeit findet ihr auf www.lucreziazanardi.com.​
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