Edith Stein-Archiv

Zielsetzung

Das Edith Stein-Archiv hat sich zur Aufgabe gestellt, das Leben und Werk Edith Steins in Wort und Bild zu dokumentieren und bekanntzumachen. Es sichert die Handschriften und die Herausgabe wie Verbreitung ihres Schriftgutes. Ferner unterstützt das Archiv die wissenschaftliche Erforschung des philosophischen und geistlichen Erbes Edith Steins.

Historie

Am Anfang des Edith Stein-Archivs steht die erste, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstandene Materialsammlung von Sr. Teresia Margareta Drügemöller OCD, die zusammen mit Edith Stein Novizin im Karmel war. Ihre Nachfolgerin Sr. M. Amata Neyer sammelte unermüdlich alle Publikationen von und über Edith Stein und legte so den Grund für das Literaturarchiv.

Sr. Teresia Renata Posselt OCD, Novizenmeisterin und Priorin Edith Steins

Sr. Teresia Renata Posselt OCD

Sr. Teresia Renata Posselt OCD, Novizenmeisterin und Priorin Edith Steins, verfaßte die erste Biographie über sie. Die Publikation erschien in 16 Auflagen und zahlreichen Übersetzungen. Sie verfolgte den Zweck, Licht in das Schicksal der seit Anfang August 1942 verschollenen Mitschwester zu bringen. Edith Stein, im Orden Teresia Benedicta a cruce, war im Niederländischen Echt einer Razzia zum Opfer gefallen, die den Katholiken jüdischer Herkunft galt – ein Racheakt gegenüber den Bischöfen, die am 26. Juli 1942 ein Protestschreiben gegenüber dem Regime der nationalsozialistischen Besatzer in allen Kirchen der Niederlande hatten verlesen lassen. Sie wurde am 9. August 1942 in Auschwitz ermordet. Ihr handschriftlicher Nachlaß gelangte auf abenteuerlichen Wegen erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder in den Kölner Karmel und wird hier der wissenschaftlichen Erschließung zur Verfügung gestellt.

Zehn Jahre nach dem Tod Edith Steins wurde auf Veranlassung des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen (VKDL) und vieler anderer Freunde die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens erwogen. 1962 eröffnete Josef Kardinal Frings von Köln den Seligsprechungsprozess.

Ca. 100 Zeugen, die Edith Stein persönlich gekannt hatten, wurden vernommen, während im sog. Schriftenprozess alles gesammelt wurde, was Edith Stein während ihres Lebens niedergeschrieben hatte: Briefe, philosophische, pädagogische und psychologische Studien, Übersetzungen, hagiographische Abhandlungen und spirituelle Texte.

Die Seligsprechung fand statt am 1. Mai 1987 in Köln.

Die Heiligsprechung Edith Steins erfolgte am 11. Oktober 1998 in Rom.

Durch die Heiligsprechung erlangte Edith Steins Leben und Werk eine weltweite Aufmerksamkeit. Dadurch erhöhte sich stetig die Zahl der Forscher und Studenten, die sich mit ihrem Nachlass beschäftigen. Aus diesem Grund enschloß sich der Konvent, das Archiv mit Unterstützung der NRW-Stiftung, durch einen Anbau zu erweitern, um für das Studium und für die Begegnung mit dem Leben und Werk Edith Steins geeignete Räumlichkeiten bereitstellen zu können.